Eine eigene Seite für den Star,

denn der Star ist Vogel des Jahres 2018 und wir haben mittlerweile so viel von ihm gesammelt, dass sich die Eröffnung einer eigenen Seite für ihn lohnt.

 

Vor der Abreise

Bei einem Spaziergang Anfang November 2017 gerieten wir mitten in das folgende Schauspiel: unzählige Stare sammelten sich auf Bäumen sowie Leitungen für den Abflug in den Süden und vollführten am Himmel spektakuläre Formationen. Am folgenden Tag waren sie schon weitergezogen und obwohl wir mit dem Auto in der Umgebung herumfuhren, konnten wir es nicht ein zweites Mal beobachten geschweige denn photographieren. So bleiben uns nur diese zufälligen Aufnahmen - bis zum nächsten Mal. Wir werden aufmerksamer und hoffentlich rechtzeitiger zur Stelle sein!

Am Nistkasten

Wir waren uns nicht sicher, ob der Starenkasten an unserem Gartenhaus angenommen werden würde, da die Empfehlung lautet, ihn in ca. 4 Metern Höhe anzubringen. Außerdem hingen wir ihn auch erst sehr spät im Frühjahr 2018 auf. Lange Zeit tat sich auch nichts. Einmal beguckte sich ein Star vom Gartenhausdach die Reihe unterschiedlicher Nistkästen von oben, aber das wars dann fürs erste. Aber nach einigen Wochen beobachteten wir, dass der Kasten doch noch von einem Starenmännchen entdeckt worden war. Es saß auf dem Dach oder in der Korkenzieherweide, flötete und rief: "Ich habe eine Wohnung gefunden!"

Wer eine Wohnung anzubieten hat, kann bei der Damenwelt punkten. Bald war er nicht mehr alleine und vom Frühstückstisch mit Blick aufs Gartenhaus bot sich für uns nun tagtäglich das schönste Kino. Die Konkurrenz ist auch auf dem Vogelwohnungsmarkt groß. Jeder, der sich für diese Unterkunft auch noch zu interessieren schien, wurde fortan mit lautem Gezeter vertrieben, denn bald fand sich ein zweites Paar auf dem Dach ein, das die Wohnung inspizieren wollte und zu sagen schien: "Wie, für uns ist nichts da?"
Dies veranlasste uns, einen zweiten Kasten an der Rückseite des Gartenhauses anzubringen, der aber nicht in unserem Blickfeld liegt, so dass wir die Fortschritte dort nicht verfolgen konnten.
Nach ein paar Tagen der Eingewöhnung begann man mit der Inneneinrichtung, sprich dem Nestbau. Jeden Tag wurde am Nest gearbeitet, vorzugsweise morgens. Mittags gönnte man sich Vesperpause, Ausflüge und Siesta um dann in den Abendstunden weiterzumachen. War einer aushäusig, saß der andere in der Korkenzieherweide und rief und lockte in den schönsten Tönen, die manchmal sogar an Hundegebell erinnerten, bis der Partner sich wieder blicken ließ. Stare gelten ja als Imitationskünstler. Wir fragten uns, wann sie vielleicht anfangen zu miauen – bei dem regelmäßigen Nachbarskatzenbesuch in unserem Garten….
Eifrig wurde Nistmaterial herangeschafft vorzugsweise vom Starenmännchen, während die Hausherrin sich im Inneren zu schaffen machte. Aber oft hatte man den Schnabel mit langen Halmen so voll, dass man nicht wusste, wie auf der Sitzstange landen und das Baumaterial durchs Loch zu bringen. Dann flog man wieder weg und versuchte in mehrmaligen Anflugversuchen, das Loch passgenau zu treffen und das Baumaterial ins Innere zu bugsieren.

Als wir nach einwöchiger Abwesenheit zurück kamen, war aus dem Kasten bereits Kindergeschrei zu hören, sobald sich die Altvögel  mit Beute näherten und damit noch ganz im Kasten verschwanden. Nach noch einmal anderthalb Wochen war der erste Schnabel im Loch zu entdecken.

Die folgenden Bilder vom ersten sichtbaren Jungvogel wurden im Abstand von zwei Tagen aufgenommen. Es zeigte sich immer nur ein Junges am Loch, obwohl im Kasten Geschrei von mehreren Jungvögeln zu vernehmen war. Wie viele es waren, konnten wir nicht ausmachen.

Wir hatten darauf gehofft, noch ein paar Tage die Fütterung der Jungen außerhalb des Kastens beobachten zu können. Aber von einer Stunde zur anderen war der Kasten leer und Jungvögel sowie die Eltern über alle Berge - ohne sich von uns zu verabschieden...