Verlassene Orte

Bei der Recherche im Netz nach Informationen über ein schönes, altes Gebäude, das vom TGV  aus bei der Ausfahrt vom Bahnhof Lyon-Part-Dieu erspäht wurde, fanden wir dazu leider nichts, stattdessen aber vieles zum Thema "Lost Places" - welches uns bis dahin gänzlich unbekannt war. Eine neue spannende Welt tat sich auf und bald waren wir auch auf den Spuren verlassener Orte und ihrer Geschichte. Allerdings nicht auf eigene Faust, da wir uns weder der Gefahr von Unfällen in verfallenen Bauten aussetzen wollen noch derjenigen, wegen Hausfriedensbruchs geschnappt zu werden. Ungenehmigt irgendwo einsteigen ist unsere Sache nicht und sei die Location noch so interessant.  Leider wird in den Gebäuden viel Vandalismus getrieben, was wir insbesondere beim Besuch der Beelitz Heilstätten feststellen mussten, von denen nicht mehr viel übrig ist. Wir besuchten Orte, deren Zutritt von Photo-Organisationen organisiert wurde. So konnten wir uns immer unbesorgt in den alten Gemäuern bewegen und in Ruhe unsere Stative aufbauen ohne ständig fluchtbereit vor Wachhunden, alarmierten Eigentümern, gar der Polizei oder anderen Leuten, denen man lieber nicht gegenüber stehen will,  sein zu müssen. 

Der Reiz für einen Lost-Place-Photographen bzw. eine Photographin ist die Inszenierung des Verfalls - auch mit anderen kreativen Mitteln als nur der Kamera. Lost Place Photographie besteht aber nicht allein daraus, einen Trümmerhaufen abzulichten sondern mehr darin, eine Ahnung davon einzufangen, wie es damals gewesen war.

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