• Rio Tajo

Nationalpark Monfragüe

Unsere erste Station war der Campingplatz Montfragüe bei Malpartida de Plasencia. Plasencia ist die nächste größere Stadt, 83 km nördlich von Càceres, unserem späteren zweiten Standort auf unserer Reise. Sie liegt am Rio Jerte und direkt daran befindet sich ein schöner Park, in dem morgens die Rentner an Tischen Karten spielen, Jogger(innen) ihre Runden vor der Arbeit drehen. Nachmittags und abends gehört der Park den Familien. Sie picknicken,  spielen zusammen und genießen den Abend. An dieser sehr belebten Stelle vermutet man eines ganz bestimmt nicht: einen Eisvogel. Um so überraschter waren wir, als wir ihn an der Brücke zum Park entdeckten. Er ließ sich bei der Jagd nach kleinen Fischen von dem Trubel ringsherum nicht stören. Die Spanier wurden auch erst durch uns auf ihn aufmerksam. Sie fragten interessiert, als wir uns mit Kameras am Ufer positionierten. Es ihnen zu erklären, war nicht einfach, denn die Spanier sind in der Extremadura mit Englisch nicht sehr vertraut und wir können leider kein Spanisch.

Der Nationalpark umfasst ein Gebiet von ca. 18 000 qm und erstreckt sich entlang des Rio Tajo. Umgeben ist er von der mit Steineichen überzogenen Dehesa. Der Park ist Rückzugsgebiet für viele Vogelarten, die in der weitläufigen Landschaft jedoch nicht einfach zu entdecken sind. Kommt man ganz neu in diese Gegend, lohnt es sich, einen einheimischen Naturführer für eine Tour zu buchen, der weiß wo etwas zu finden ist. Ohne seinen scharfen Blick wäre uns auch das einmalige und sehr ungewöhnliche Schauspiel eines Schwarzstorch-Kampfes weit entfernt auf der anderen Seite des Rio Tajo entgangen.

Rund um den Nationalpark

Außer ausgedehnten Steineichenwäldern findet man auch Korkeichen. Alle 10 Jahre können Korkeichen geschält werden. Bis die Rinde nachgewachsen ist, schützen sie sich mit einer roten Gerbstoff-Schicht, die Parasiten fernhalten soll. Die Bäume mit ihrem roten "Schutzanstrich" bieten reizvolle Photomotive, besonders in der Abendsonne.

Villarreal de San Carlos

Ein guter Ausgangspunkt für schöne Wanderungen ist Villarreal de San Carlos, ein ganz kleines Dorf mit Besucherzentrum und wenigen Einwohnern. Im März ist man noch ganz alleine auf den Wanderwegen und kann die Ruhe in der Natur genießen -  unterbrochen von lautstarkem Froschgequake. Nirgendwo haben wir bisher so viele Frösche gehört und auch gesehen.

Castillo Montfragüe

Es geht zum  Castillo Monfragüe ziemlich steil hoch, aber wenn man oben ist wird man mit einem schönen Blick belohnt. Von hier aus kann man den Flug der Gänsegeier besonders gut beobachten. 

Salto del Gitano

Ein interessanter Hotspot ist der Geierfelsen, Salto del Gitano genannt. Der große, zerklüftete Fels auf der anderen Seite eines kleinen Parkplatzes am Ufer des Rio Tajo ist ein bevorzugter Aufenthaltsort und Nistplatz für Gänsegeier. Beim genauen Absuchen mit dem Fernglas entdeckten wir auch ein Schwarzstorchpaar am Nest. Auch andere Vögel wie der Uhu sind dort zu finden, wurden aber von uns nicht gesichtet. Dafür präsentierte sich etwas abseits eine Blaumerle.